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Eisenmangel: Ursachen erkennen und behandeln

Symbolbild, KI-generiert

Eisenmangel ist weit verbreitet und kann die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, Haarausfall, Kopfschmerzen, Schwindel oder eine verminderte körperliche Belastbarkeit können mögliche Folgen sein. Dabei kann ein relevanter Eisenmangel bereits bestehen, obwohl das Blutbild und insbesondere der Hämoglobinwert noch normal sind. Eine sorgfältige Diagnostik geht deshalb über die Bestimmung des Hämoglobins oder des Serum-Eisens hinaus.

Eisenmangel erkennen
Für die Beurteilung des Eisenstoffwechsels sind insbesondere Ferritin und Transferrinsättigung von Bedeutung. Ergänzend werden Blutbild und – je nach Situation – Entzündungsparameter wie CRP berücksichtigt. Ferritin ist ein wichtiger Marker für die Eisenspeicher. Allerdings kann Ferritin bei Entzündungen, chronischen Erkrankungen oder bestimmten anderen Situationen erhöht sein, obwohl gleichzeitig ein Eisenmangel besteht. Deshalb sollte der Wert immer im klinischen Zusammenhang interpretiert werden. Bei entzündlichen Erkrankungen können beispielsweise bereits höhere Ferritinwerte mit einem Eisenmangel vereinbar sein. Ein einzelner Laborwert ist deshalb nicht ausreichend, um den Eisenstatus zuverlässig zu beurteilen.

Typische Beschwerden bei Eisenmangel
Ein Eisenmangel kann sich sehr unterschiedlich äußern. Mögliche Beschwerden sind:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Leistungsknick und verminderte Belastbarkeit
  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
  • Schwindel und Kopfschmerzen
  • Haarausfall
  • Brüchige Nägel
  • Kälteempfindlichkeit
  • Kurzatmigkeit bei Belastung
  • Herzklopfen
  • Restless-Legs-Beschwerden

Die Beschwerden sind unspezifisch und können zahlreiche andere Ursachen haben. Deshalb sollte vor einer Eisenbehandlung eine entsprechende medizinische Abklärung erfolgen.

Ein besonders häufiger Grund für eine verzögerte Diagnose ist die Gleichsetzung von Eisenmangel und Blutarmut. Ein Eisenmangel kann jedoch bereits vorhanden sein, bevor eine Anämie entsteht. Die Eisenspeicher können deutlich reduziert sein, während der Hämoglobinwert noch normal ist. Erst im weiteren Verlauf kann sich eine Eisenmangelanämie entwickeln. Deshalb kann bei entsprechenden Beschwerden eine Untersuchung des Eisenstatus auch dann sinnvoll sein, wenn das Blutbild zunächst unauffällig erscheint.

Warum entsteht Eisenmangel?
Die Ursachen für einen Eisenmangel sind vielfältig. Eine der wichtigsten Ursachen ist ein längerfristiger Eisenverlust durch Blutungen. Bei Frauen können insbesondere starke oder verlängerte Menstruationsblutungen eine relevante Ursache darstellen. Bei Männern und Frauen nach der Menopause sollte bei einem neu aufgetretenen Eisenmangel insbesondere auch an einen möglichen chronischen Blutverlust aus dem Magen-Darm-Trakt gedacht werden. Je nach Situation kann deshalb eine weiterführende gastroenterologische oder gynäkologische Abklärung erforderlich sein.

Eisen kann über die Nahrung oder über orale Eisenpräparate zugeführt werden. Voraussetzung ist jedoch eine ausreichende Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt. Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, bestimmte Operationen oder andere Faktoren können die Eisenresorption beeinträchtigen. Bei chronischen Entzündungsprozessen kann die Eisenverwertung erheblich verändert sein. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Regulationshormon Hepcidin. Entzündungen können zu einer erhöhten Hepcidinaktivität führen. Dadurch wird Eisen stärker in den körpereigenen Speichern zurückgehalten und steht den Geweben weniger zur Verfügung.

Ein erhöhter Eisenbedarf kann beispielsweise während Schwangerschaft und Stillzeit, in Wachstumsphasen oder unter bestimmten Bedingungen mit hoher körperlicher Belastung auftreten. Eine langfristig unzureichende Eisenaufnahme kann ebenfalls zur Erschöpfung der Eisenspeicher beitragen.

Wann ist die Eiseninfusion sinnvoll?
Die Entscheidung für eine intravenöse Eisensubstitution sollte individuell getroffen werden. Eine orale Eisensubstitution ist bei vielen Patienten eine geeignete Behandlung. Eine intravenöse Eisengabe kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn eine orale Therapie nicht ausreichend wirksam ist, nicht vertragen wird, aufgrund einer Resorptionsstörung nicht zuverlässig aufgenommen werden kann, bei ausgeprägtem Eisenmangel nicht ausreicht oder aus anderen medizinischen Gründen nicht zielführend ist. Bei bestimmten Erkrankungen, beispielsweise aktiven chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, wird die intravenöse Eisensubstitution in den entsprechenden Leitlinien ausdrücklich bevorzugt beziehungsweise bei unzureichendem Ansprechen auf eine orale Therapie empfohlen. Entscheidend sind der individuelle Eisenstatus, die Beschwerden, die Ursache des Mangels, Begleiterkrankungen und das Ansprechen auf eine bisherige Therapie.

Vorteile einer intravenösen Eisensubstitution
Bei einer Eiseninfusion wird das Eisen direkt über eine Vene verabreicht und muss nicht zunächst über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden. Dadurch können größere Eisenmengen in einer kontrollierten Behandlung zugeführt werden. Dies kann insbesondere bei Patienten von Vorteil sein, bei denen eine orale Eisensubstitution nicht ausreichend funktioniert oder nicht vertragen wird. Die Behandlung erfolgt unter ärztlicher Kontrolle. Wie bei jeder intravenösen Arzneimitteltherapie müssen mögliche Nebenwirkungen und individuelle Risiken berücksichtigt werden.

Vor einer intravenösen Eisensubstitution sollte zunächst geklärt werden, ob tatsächlich ein behandlungsbedürftiger Eisenmangel vorliegt und wie ausgeprägt dieser ist. Je nach individueller Situation können unter anderem die folgenden Laborparameter bestimmt werden:

Blutbild
Hämoglobin, MCV, MCH und weitere Blutbildparameter

Ferritin
zur Beurteilung der Eisenspeicher

Transferrin und Transferrinsättigung
zur Beurteilung des verfügbaren Eisens

CRP beziehungsweise weitere Entzündungsparameter
zur besseren Interpretation des Eisenstatus